Ein halbes Leben

Bei der Durchsicht seiner Vergangenheit auf Fotopapier stellte er schon nach kurzer Zeit fest das ein ziemlich großer Teil fehlt. Der Bereich zwischen Erstkommunion und Volljährigkeit wurde mit Ausnahme einiger Bewerbungsfotos konsequent ausgespart.

“Irgendwie schade”, dachte er sich, schließlich kann er seinen Kindern und Kindeskindern nun nicht mehr zeigen wie er mit jugendlichen 14 Lenzen aussah. Aber es erscheint nur logisch dass von dieser Zeit keine Bilder existieren. So gab es doch nur wenig an das es sich zu erinnern lohnt. Der Wechsel der Schule der nur bessere Noten, aber kein besseres Leben brachte. Und der Vater, der nie da war und plötzlich noch weniger da war, als er ihn das erste mal gesehen hat. Nicht zu vergessen ist die Tante, die ihren Ehemann mit regelmäßigen Putzfimmelattacken aus dem Haus und zum Alkohol getrieben hat. Er möchte sich nicht an diese Jahre erinnern und erst recht nicht mit dieser Zeit in Verbindung gebracht werden.

Und so dachte er sich zum Schluss, dass es doch gut ist, wenn diese 10 Jahre des eigenen Lebens nicht verpixelt protokolliert sind.


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